Normung & Kennzeichnung

Wofür gibt es eine Normung?
Die grundsätzliche Aufgabe der Normung besteht darin, Materialien, funktionelle Eigenschaften, Maße und Benennungen zu vereinheitlichen.
Hierdurch werden aufwendige und detaillierte Beschreibungen überflüssig. Produkte gleicher Normung sind untereinander austauschbar.
DIN - Normen ISO - Normen EN - Normen DIN ⁄ ISO - Normen DIN ⁄ EN - Normen
DIN-Normen sind die in Deutschland üblichen Normen; sie werden vom Deutschen Institut für Normung herausgegeben. ISO-Normen sind die weltweit gültigen, von der ”International Organization for Standardization” herausgegebenen Normen. EN-Normen werden vom Europäischen Komitee für Normung ( CEN ) erarbeitet und haben − im Gegensatz zu den ISO-Normen − eine auf die Europäische Union beschränkte Gültigkeit. Sie sind hervorgegangen aus dem Bestreben zur Verwirklichung des Binnenmarktes einheitliche Normungen zu schaffen und somit den reibungslosen Austausch zwischen den Mitgliedstaaten zu gewährleisten. Hieraus ergibt sich für die einzelnen EU-Staaten die Notwendigkeit, alle national gültigen Normen einheitlich in EN-Normen zu überführen. Darüber hinaus hat das CEN die Grundsatzentscheidung getroffen, soweit wie möglich ISO-Normen zu EN-Normen werden zu lassen, um auch weltweit ein Höchstmaß an Vereinheitlichung zu erzielen. DIN-ISO-Normen sind deutsche Normen, die in Inhalt und Numerierung mit den ansprechenden ISO-Normen übereinstimmen. DIN-EN-Normen sind europäische Normen in deutscher Sprache
Wie ist die Bezeichnung einer Schraube nach DIN? ( Deutsche Institut für Normung )

Schraubenverbindungen können im Gegensatz zu den anderen Verbindungstechniken wieder gelöst werden, um zum Beispiel Wartungs- oder
Reparaturarbeiten durchzuführen. Für die Dimensionierung dieser Schraubverbindungen müssen zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden.

Spezifische Schraubenmerkmale sind :

• Gewindeart
• Gewindeenden
• Gewindelänge
• Kopfformen
• verwendete Werkstoffe bzw. Festigkeitsklassen
• eventuelle Beschichtungen
• Sicherungselemente
Mit Hilfe der DIN-Bezeichnung können, von Sonderformen abgesehen, alle Verbindungselemente bzw. alle genormten Teile kurz und ohne Zeichnung definiert werden. Die Maße und die grundliegenden Formen sind sowohl für den Hersteller als auch für den Anwender bindend und erleichtern somit erheblich die Kommunikation zwischen diesen beiden Interessengruppen.
Wir versuchen Ihnen am nachfolgenden Beispiel einer Sechskantschraube nach DIN 933 - M 10 x 20 - 8.8 einige Begriffe zu erläutern :
Sechskantschrauben mit Gewinde bis Kopf
d
k
l
s
e
P
=
=
=
=
=
=
Gewindedurchmesser
Kopfhöhe
Länge
Schlüsselweite
Eckmaß
Gewindesteigung
DIN 933
M
10
x 20

8.8
=
=
=
=

=
Durch diese Beschreibung ist die Schraube ( ohne besondere Merkmale ) genau definiert.
M bedeutet Metrisches ISO-Gewinde, hier Gewindesteigung P = 1,5
Gewinde-Nenndurchmesser d in ”mm”
Gewindelänge l in ”mm”

Festigkeitsklasse der Schraube
Kennzeichnung für Schrauben und Muttern

Nach Norm sind Schrauben ab Gewindedurchmesser M 5 mit einem Herkunfts-Kennzeichen und mit dem Festigkeitsklassen-Kennzeichen wie folgt zu versehen.

Kennzeichnung zur Identifizierung bei Schrauben :
Die Kennzeichnung soll möglichst auf den Schraubenkopf angebracht sein und kann auch
für andere Arten von Schrauben angewendet werden, wenn dies technisch möglich ist.
Beispiel für die Kennzeichnung einen Zylinderkopfschraube mit Innensechskant.
Stiftschrauben
Ab Festigkeitsklasse 8.8 auf der Kuppe des Mutternendes eingeschlagen.
Bei Platzmangel können Symbole eingeschlagen werden, und zwar für 8.8 = O.
Sechskantmuttern mit Gewindedurchmesser ab 5mm sind mit der Stahlgruppe, der Festigkeitsklasse und dem Herkunftszeichen zu kennzeichnen, soweit dies technisch möglich ist.
Kennzeichnung zur Identifizierung bei Muttern :
Eine Kennzeichnung auf nur einer Auflagefläche ist zulässig und darf nur vertieft angebracht sein.
Wenn eine geringer Festigkeit vorliegt muss die Festigkeitsklasse mit angeben werden.
Wahlweise ist auch eine Kennzeichnung auf den Schlüsselflächen zulässig.
Für Muttern mit Nennhöhe ≥ 0,5 D <0,8 D, das sind z.B. Muttern nach ISO 4035, ISO 8675 und
DIN 439-2 ist die Kennzeichung ei Zahl mit voran gesetzter "0", z.B.
( 05 = 1/100 der Prüfspannung in N ⁄ mm² ). Die vorgesetzte 0 zeigt an, das Muttern dieser Gruppe die Kraft
einer Schraube wegen geringer Bauhöhe nicht oder nur eingschränkt aufnehmen können.
Sechskantmuttern dieser Gruppe sind ab einem Gewindedurchmesser ≥ M 5 mit dem
Herstellerzeichen und der Festigkeitsklasse zu kennzeichen.
Für Muttern mit Nennhöhe <0,5 D, das sind z.B. Muttern nach DIN 936, ergibt die Kennzeichung
1/10 der Mindesthärte nach Vickers, z.B. 22 H ( =220 HV ). In dieser Gruppe fallen Muttern für
leichte Verbindungen bzw. Befestigungen ohne festgelegte Belastungswerte. Die Härteklassen für
diese Muttern sind in der DIN 267-24 festgelegt. Muttern der Härteklasse 22 H sind ab einem
Gewindedurchmesser ≥ M 5 mit der Härteklasse zu kennzeichen.